Donnerstag, 21. April 2011

Wegen Überfüllung geschlossen


Während in Deutschland die Busunternehmer gegen die Bahn prozessieren müssen, um ein Gesetz von 1934 auszuhebeln und den Fernverkehr mit dem Bus zu ermöglichen, ist dieses Verkehrsmittel in Korea Standard. Die Busflotte in Seoul umfasst 7600 Busse (das macht bei 10.5 Millionen Einwohnern 1382 Fahrgäste pro Bus) und so ist es kein Wunder, dass die Busspur in Seoul einer Perlenkette gleicht. Beim Anblick dieser Karawane, die bedrohlich auf einen zuwalzt, atmet man nochmal tief ein, bevor der vermeintliche Dieselrauch zu vehementer Zwerchfellkontraktion führt. Doch -oh Wunder, das Übel donnert vorüber und das vegetative Nervensystem sendet keinen Sauerstoffmangelalarm an die beteiligten Organe. Der Grund liegt in der Motorisierung der Boliden, die zum Großteil nicht Heizöl verfeuern, sondern mit CNG laufen. Es gibt sogar bereits Elektrobusse mit Karbonkarosse, 120 km Reichweite und 20 min Ladezyklus und bis 2020 sollen 50% der Busflotte elektrisch fahren, um 140000 t Treibhausgase zu vermeiden. Die anderen sollen auf Hybridbetrieb umgestellt werden. Nur mal zum Vergleich, in Frankfurt gibt es 180 Busse, das macht bei 680000 Einwohnern 3777 Fahrgäste pro Bus. Ist ja klar, dass da nicht jeder einen Sitzplatz bekommt und lieber mit dem Auto fährt, denn schließlich kostet der Stehplatz das gleiche wie Parkett erste Reihe rechts.

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