In Erwartung ausladender Hüte mit dazu abgestimmten Kleidchen, Stöckelschuhen und Netzstrumpfhosen, wie man das in Chester noch erleben darf, ging ich am heutigen Sonntag mit Joop Sommermantel und Kamera bestens ausgerüstet zur Pferderennbahn. Als uns der Zug jedoch am Bahnsteig ausspie, wurde schnell offenbar, dass diese Veranstaltung mit einem englischen Pferderennen nicht viel gemein haben würde. Das Publikum war eher von der Art, dass man der Mehrheit wenigstens etwas Glück beim Wetten wünschte. Und überhaupt waren kaum Frauen zugegen, was erstaunlich ist, denn in Seoul stöckeln 5.2 Millionen Frauen über das Pflaster und sie bilden mit 50.3% der Bevölkerung die Mehrheit. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, denn dieser Überhang hängt mit der höheren Lebenserwartung von Frauen zusammen, daher reden wir eher über Hallux Valgus als über stöckeln. Hinzu kommt, dass mit Aufkommen der Pränataldiagnostik in den 1970 Jahren viele weibliche Föten basierend auf dem konfuzianischen Weltbild abgetrieben wurden. Wie dem auch sei, auch für den Laien sind Rennpferde elegante und anmutige Tiere und so war zumindest fürs Auge noch immer mehr geboten, als in der Mainzer Fuzo. Obwohl, Geschmack ist Geschmacksache und es soll ja Leute mit Vorliebe für Ardenner geben.
„Das Ardenner Pferd gehört, neben dem Shire Horse, zu den massigsten Kaltblutpferden in Europa“ /pferd.de/
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