Samstag, 16. April 2011

Über das Ziel hinaus

Hobbies sind eine ernste Sache, vor allem diejenigen mit Tradition und ein solches ist Bogenschießen. Trotzdem war mir vergönnt, einige Probeschüsse an der „Korean- Archery- Experience Site“ in Suwon– also dem Idiotenübungsplatz- abzugeben. Zu meiner Schande mit geringer Trefferquote, was ich mir nur durch die orkanartigen Böen erklären kann, die just bei meinen Schüssen einsetzten. Umso mehr Hochachtung habe ich vor den Schützen am Hwanghakjeong Tempel (erbaut 1898), dem einzigen Bogenschießplatz innerhalb der Stadtmauern Seouls. Mit dem traditionellen Kurzbogen aus Wasserbüffelhorn, Maulbeerbaum, Bambus und einem Klebstoff aus der Schwimmblase eines Salzwasserfisches (Croaker) legen die Schützen auf das Ziel in 145 m Entfernung an und entlassen den Pfeil erst nach innerer Sammlung, also wenn die Muskeln beginnen zu zittern. Gelingt ein Treffer, ertönt ein hölzerner Gong, denn der Einschlag ist auf diese Entfernung nicht mehr zu sehen. Nachdem alle Schützen ihre 5 Pfeile verschossen haben, sammelt ein Helfer diese ein und schickt sie mit einer Gondel über die Senke hinweg zurück. Der Wanderweg führt genau durch die Schusslinie, daher darf man erst nach 2 Monaten Übung auf diesem Schießfeld praktizieren. Man sieht, es ist eine ernste Angelegenheit und strenger reglementiert als ein Arzt im Praktikum- wobei: so ein frischer Wanderer wäre zum trainieren vielleicht nicht schlecht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen