Überall um mich herum buhlen grelle Leuchtreklamen um Aufmerksamkeit. Über belebten Kreuzungen blitzen überdimensionale Fernseher auf Hochhausdächern ihre Werbebotschaften in die Welt und jede Hausfassade in der Einkaufsstraße schreit mir mit Lauflichtern unverständliche Zeichen ins Auge. Das ist wie auf einem Rummelplatz, hier ein Straßenverkäufer mit Teddybären, dort der Süßwarenstand, daneben der Eingang zum Trödelladen und dies muss die Geisterbahn sein, wegen der unheimlichen Masken.
Aus dem Aquarium vor dem nächsten Schaufenster kann man wahrscheinlich die Fische mit Magneten angeln und in der Drogerie sind so schöne Dosenpyramiden, da müssen doch auch irgendwo die Bälle zum werfen zu finden sein … In dem Lichtergedöns kann man schon mal den Blick für die Mitmenschen verlieren, aber dafür liefert erneut die Natur eine Lösung. Ein Kaninchen auf der Flucht würde uns im Gras überhaupt nicht auffallen, hätte es nicht diesen niedlichen weißen Stummelschwanz, der wild hüpfend hinter ihm herjagt. Und damit man seine verehrten Mitmenschen ob der prasselnden Eindrücke nicht aus dem Auge verliert, haben sich die Designer dieser Taktik bedient und die Schuhsohlen von Stöckelschuhen rot gefärbt. Also wenn das tack – tack – tack – tack noch nicht reicht, mit den roten Sohlen ist Aufmerksamkeit garantiert. Aber warum da noch keiner sein Firmenlogo appliziert hat, ist mir ein Rätsel. Und nur um Missverständnissen bei denjenigen vorzubeugen, die sich maximale Modeignoranz auf die Fahne geschrieben haben: Nein, rosa Plastikclogs haben nicht die gleiche Wirkung, also versucht erst gar nicht, eure Schuhsohlenwerbeflächen zu vermarkten!
