Die Pracht der Kirschblüten währt nur kurz und bereits nach einer Woche verwässern die ersten grünen Blattspitzen die Persilreinheit. Mit meinen bescheidenen botanischen Kenntnissen würde ich sie als Shirotae oder auch Fujiyama Kirsche identifizieren und wie ich lese, gehören sie zu den Rosengewächsen. In Japan wird die Kirschblüte mit einem schönen Picknick unter dem Kirschbaum gewürdigt und tausende von Feierfreudigen versammeln sich dazu in den Parks. Kein Fleckchen ist zu klein für ein Deckchen und kein Kirschbaum bleibt ungenutzt. In Korea geht man eher mit Gelassenheit an der Pracht vorüber, es gibt zwar einige Blütenfeste im Land, aber keiner hat unter der Krone einen in der Krone. Stattdessen gibt es Musikaufführungen, Paraden, Tanzeinlagen und andere Unterhaltung oder man spaziert schlicht unter den Bäumen dahin und genießt den zarten Duft. Ich hingegen habe die Massen vermieden und zur Stimulanz der Geruchsnerven den Fischmarkt besucht. Das ist nichts für empfindsame Nasen aber wenn man den Fluchtinstinkt unterdrücken kann, trifft man die üblichen Bekannten mit Schuppenproblemen und kann den Profis beim filetieren zusehen. Aber seid gewarnt, der Besuch fällt eher in die Kategorie Sushi- Appetitzügler und ist nicht dazu geeignet, den Nachwuchs für den Verzehr von Fisch zu begeistern. Zumindest wenn man keine Seemöwe ist.
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