Einer der
bedeutendsten Palaste in Seoul ist der Gyeongbokgung. Der Besucher -sofern
willkommen- betritt den Palastbereich durch ein gemauertes Portal mit drei
Torbögen an der Südseite der Palastmauer und befindet sich dann auf einem
freien Platz, der wiederum durch ein Tor begrenzt wird. Nach durchschreiten
dieses Tores gelangt der Besucher in den inneren Bereich des Palastes, wo er
eine Brücke überschreiten muss, um spirituelle Reinheit zu erreichen. Erst dann
kann er die Empfangshalle betreten, wo der Monarch seine
Regierungsangelegenheiten regelt. Ein weiteres Tor zur linken führt zu den
Wohngemächern, zu dem Bereich der Kaiserin und in den Garten. Hinter dem Palast
im Norden erhebt sich ein Berg, der vor den schlechten Einflüssen schützt.
Nicht anders ist der Aufbau der "Verbotenen Stadt" in Beijing und
doch ist diese unvergleichlich in ihrer Pracht und Dimension. Beim Betreten des
ersten Vorhofes überwältigt einen die Weitläufigkeit und die schlichte Pracht
der rötlichen Gebäude mit ihren gelben Ziegeldächern. Und jedes weitere Tor
steigert die Verzauberung, denn immer neue wundervolle Ausblicke tun sich dem
Besucher auf. Der Versuch, diesen Eindruck auf Bilder zu bannen ist so
aussichtslos, wie die Beschreibung eines Weines im Genießer Magazin. Dennoch
gibt es derartige Magazine und somit erlaube ich mir, euch einen verwässerten
visuellen Tropfen einzuschenken. Wenn ihr Lust habt, folgt uns durch Beijing,
genießt den Frieden des Sommerpalastes, die Beschaulichkeit der schmalen
Altstadtgassen, die Großartigkeit der Verbotenen Stadt, die Endlosigkeit der
Großen Mauer und schließlich den Duft von Räucherstäbchen im Lama Tempel
mittels der kleinen Webgalerie. Wenn ihr dann beobachtet, wie sich die Mauer
über die Bergrücken schlängelt und euch die Bilder der Stadtmauer um Seoul
vergegenwärtigt, dann wird es selbst für den unvoreingenommenen Betrachter
offensichtlich: die kopieren schon verdammt lange … die Chinesen.
Geschichte und Geschichten! Was ihr noch nie über Korea wissen wolltet ... hier ist es. Viel Spaß dabei!
Sonntag, 21. Oktober 2012
Freitag, 19. Oktober 2012
Blick in den Spiegel
Nehmt euch Zeit für ein kleines und ausgesprochen aufschlussreiches Experiment. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich wahrscheinlich darüber lachen. Bildet euch selbst eine Meinung und lest die folgenden Artikel in der gegebenen Reihenfolge durch:
- Spiegel: http://www.spiegel.de/politik/ausland/streit-um-flugblaetter-nordkorea-droht-mit-angriff-ohne-vorwarnung-a-862175.html
- Korean Times: http://www.koreatimes.co.kr/www/news/nation/2012/10/120_122648.html
Freitag, 12. Oktober 2012
Kandidaten
Da haben wir wohl wieder
ein Mega- Wahljahr: Mit Spannung verfolgt(e) die Welt die Präsidentschaftswahlen
in den USA, Russland, Ägypten, Frankreich und Mexiko. Und auch in Süd Korea
laufen sich die Kandidaten warm. Als Führer der regierenden konservativen
Partei aus der Krise steht die stets freundlich geschminkte Park Geun- Hye. Sie
ist die Tochter von Park Chung-hee, der das Schicksal Koreas zwischen 1963 und
1979 mit eiserner Hand diktierte und das Land in die Moderne führte /wiki/Park_Chung-hee. Bei
einem Attentatsversuch auf ihren Vater 1974 wurde die Mutter von Park Geun- Hye
von der verirrten Kugel tödlich getroffen. Ihr Vater Chung-hee wurde 1979 vom
Chef seines Geheimdienstes ermordet. Dies dürfte ein versteckter Hinweis sein,
dass seine Politik nicht nur Anhänger hatte. Trotz der Altlasten scheint Frau
Park derzeit gut im Rennen zu liegen, während der Kandidat der Oppositionspartei
Herr Moon durch den unabhängigen Professor Ahn, der Reformen einfordert und so
die Opposition vor sich her treibt, noch in Schach gehalten wird. Man darf also
gespannt sein, ob das männerdominierte Korea für eine Präsidentin reif ist. Ich
freue mich jedenfalls auf den Wahltag, denn dieser ist in Korea arbeitsfrei. Wohl
wegen der Qual der Wahl.
Dienstag, 2. Oktober 2012
Oma
Eines der wenigen koreanischen Worte, welches ich mir
merken kann ist "Omma". Man begegnet diesem Ausdruck auf öffentlichen
Plätzen, in Parks, in Kaufhäusern und in der Bahn meist in der fordernden
Variante "Ommaaaa", wobei die Stimme wie das Deck eines chinesischen
Flugzeugträgers am Ende in die Höhe schwingt. Ihr kennt es besser in der
deutschen Variante "Mamaaa". Nun ist sozusagen eine Oma Mama
geworden, denn hier wurden einer 57 jährigen Frau Zwillinge geboren. Der Professor
der gynäkologischen Abteilung bezeichnet dies als Sieg der Menschheit doch ich
frage mich, was die Menschheit da besiegt hat. Der Sieg des Willens über
natürliche Schranken, der Sieg der Hoffnung über gute Ratschläge, der Sieg der
Sturheit über den Verstand, der Sieg der Alten über das Alter? Nun sind dies
alles Kategorien, die dem menschlichen Geist entspringen, mithin handelt es sich
also um einen weiteren Sieg der Menschheit über die Menschlichkeit. Vor allem aber ist es ein Sieg der
wohlmeinenden Mediziner, die mit diesen Beispielen hunderten von verzweifelten
Paaren suggerieren, dass eine Schwangerschaft auch im hohen Alter noch möglich
ist und die mit der kostspieligen Behandlung ihre Taschen füllen. Zumindest werden
in Zukunft die Treffen der Grauen Panther nicht mehr im Seniorentreff
"Zur letzten Fähre" stattfinden sondern als Krabbelgruppen im
Kindergarten und der Zahnstand der Teilnehmer dürfte sich angleichen.
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