Dienstag, 5. April 2011

Goldener Käfig mit Innenriegel


Der Zugang zum Palast ist gut bewacht, und stets führen drei Tore hinein. Das Mittlere war früher meist geschlossen, es war dem König vorbehalten und mithin größer als die beiden daneben liegenden. Der Raum im Pavillon, in dem der König verweilte, lag höher als die umliegenden Räume und so verwundert es nicht, dass die Königshalle im Palast Gyeongbokgung seinerzeit das größte Gebäude des Landes war. Und was war mit der Königin? Sie wurde von der Mutter des Königs ausgewählt und dann in den Palast verbracht, den sie nie wieder verließ. Von ihrer Familie getrennt blieb ihr nur ein Bereich im Palast und ein kleiner Garten. Auch bei Reisen begleitete Sie den König nicht, sie hatte nur eine Aufgabe: männliche Nachkommen zu gebären. Sie durfte aber das Tor, welches in ihren Bereich des Palastes führte verschließen, und somit selbst dem König den Zutritt verwehren – den Gedanken finden sicherlich auch heute manche Leserinnen sympathisch. Das hätte nun zu gewissen Verstimmungen auf Seiten des Königs führen können, doch für diese Fälle hatte er fünf bis sechs Konkubinen. Ich enthalte mich des sonst üblichen Kommentars- nur zur Erinnerung an meine Herzdame: der Schlüssel ist auf dem Türrahmen.

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