Es gibt eine Besonderheit, der man vornehmlich im Stadtteil Insadong begegnet. Die Rede ist nicht von ausländischen Touristen sondern von einer kaiserlichen Süßspeise, bestehend aus fein gehackten Nüssen umwickelt mit weißen Fäden. Interessant ist die Herstellung derselben, und das funktioniert so (jetzt heißt es langsam lesen, mitdenken und jeden Verarbeitungsschritt im Geiste nachvollziehen): Eine Handvoll abgelagerte und sehr zähe Honigmasse wird mit Mehl bestäubt und in deren Mitte wird mit einem Holzdorn ein Loch gestoßen. Somit erhält man einen Donut oder Baby Beißring. Dieser Ring wird nun zu einem großen O von ca. 40 cm Durchmesser lang gezogen, erneut bestäubt und zu einer 8 verdreht. Dann werden die beiden O-Hälften aufeinander geklappt. Somit haben wir zwei verbundene Ringe. Dieser Doppelring wird erneut bestäubt, lang gezogen, verdreht, aufeinandergelegt – man erhält vier Ringe bzw. 8 Stränge, die natürlich bereits dünner sind. So geht es weiter, 14 mal und das bedeutet 16384 Fäden sind entstanden (was natürlich nicht ganz korrekt ist, noch ist es ein einziger Faden, der aber entsprechend aufgewickelt ist). Mit geschickter Hand wird dieses Bündel Fäden in kleinere Stücke zerrissen, ein Teelöffel voll gehackte Nüsse oder Mandeln wird zugefügt und umwickelt, fertig ist die Süßspeise zum Verzehr. Das ganze passt natürlich eher zu Tee als zum Bier, und das dürfte auch erklären, weshalb Nusskrümel im Rapunzelzopf kein Importschlager in Deutschland sind.

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