Halbwüchsige sind bekanntlich derart mit dem schlürfen ihres Hormoncocktails befasst, dass sie gesellschaftlich wenig zu gebrauchen sind. Trotzdem gelingt es einigen Eltern, die Energie dieser freisausenden unverknoteten Humanluftballons in geordnete Bahnen zu lenken, sprich diese zum Tanzkurs zu motivieren. Was bleibt sind zumeist Quetschungen der Zehen und der steife Nacken vom steten Blick zu Boden – wo sich neben den stets deplatzierten Füßen wie zufällig auch das Dekolletee der Tanzpartnerin befindet. Im Gegensatz zu unseren Gesellschaftstänzen, beruht die Tradition des Tanzes in Korea eher in der Unterhaltung eines Publikums oder hat rituelle Hintergründe. Der Farmertanz (Nongak) beispielsweise ist ein rhythmisches Spiel, bei dem die Tänzer mit verschiedenen Perkussionsinstrumenten durch die Gegend hüpfen. Er wurde bei Dorffesten und an Feiertagen zelebriert und stärkte die Gemeinschaft der Dorfbewohner, die ihre Felder in Kollektiven bewirtschafteten. Erwähnenswert ist der Tanz deshalb, weil die Tänzer Hüte mit langen Bändern tragen (Sangmo), die durch die Kopfbewegung eigene Figuren beschreiben, ähnlich wie beim Bodenturnern das Band. Aber was mache ich viele Worte, unter Pungmul findet ihr jede Menge Clips auf „YouTube“ http://www.youtube.com/watch?v=tae4Zv6cDJM&feature=related um eine Vorstellung davon zu bekommen (Daneben bietet „Wikipedia“ unter Korean dances auch hier wieder eine tolle Zusammenfassung). Meiner Generation sind derartige Kopfeinsätze nicht fremd, wir kennen das von den Heavy Metal Konzerten. Damals wurden die wilden Mähnen rhythmisch gepeitscht, um die Milchgesichter zu verbergen, die so gar nicht zur Musik passen wollten. Die Altrocker haben das Problem mit den Milchgesichtern nicht mehr, ohnehin verblieben nicht genügend Strähnen über der hohen Stirn für eine Mähne und somit wäre ein schicker Hut mit Sangmo vielleicht eine Alternative.
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