Pünktlich im 7:45 h plärren die Lautsprecher rhythmische Marschmusik über das Werksgelände und einige unerschrockene versammeln sich zur körperlichen Ertüchtigung auf dem Sportfeld oder vor den Werkshallen. Da werden Arme in den Himmel gereckt, Hüften kreisen, Bandscheiben werden gequetscht, kurzum, alles was geschmeidig macht. Hat man sich rechtzeitig um 8:00 h am Arbeitsplatz eingefunden, darf man zum Dank jeden Morgen ein Werbejingle zu Chevrolet über sich ergehen lassen. Wer den Morgen übersteht, wird zur Mittagspause mit sanfter klassischer Musik beseelt, sofern er am Arbeitsplatz bleibt - zum Glück keine koreanische Palastmusik sondern etwas für europäische Gehörgänge, um rechtzeitig um 13:00 h mittels läuten wieder zur Arbeit aufgefordert zu werden. Und damit man den Feierabend nicht verschläft, gibt es um 17:00 h wieder ein Jingle. Da kommt man doch gerne pünktlich und hält sich an den durch Musik eingeteilten Tagesablauf. Das klingt nun alles nach lustigem Trallala, aber eines fehlt: das gelegentliche Lachen wie bei uns in einem Großraumbüro, die Teeküchengrüppchen und die Melodien, die der Computer beim Abspielen von witzigen Mediaplayer- Filmen von sich gibt. Das liegt vielleicht daran, dass die grauen Jalousien vor den Fenstern stets geschlossen sind und bei der grünen Neonbeleuchtung jeder so aussieht, als könnte man sich mit einer Magenverstimmung infizieren. Und beim Anblick derart vieler kranker Kollegen macht man einfach keine Späße.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen