In der U-Bahn ist es richtig langweilig, kein Graffiti, keine leeren Bierdosen zum rumkicken. Auch die Hinweise wer doof ist oder wer von wem geliebt wird, fehlen gänzlich. Um dergleichen zu erfahren, muss man hier schon ins Internet gehen, womit sich erklärt, dass so viele hier in der U-Bahn mit ihren Mobiltelefonen beschäftigt sind. Am Arbeitsplatz hat hier übrigens keiner einen Papierkorb, das Papier wandert vom Drucker direkt in den dortigen. Auch entlang der Straße findet man keine Abfallbehälter, was daran liegt, dass der Müll gebührenpflichtig ist - man bezahlt für die Mülltüten, die obligatorisch sind- und die öffentlichen Abfallbehälter mit Einführung der Gebühren als Abladeplätze plötzlich sehr beliebt wurden. Trotzdem fliegt nichts herum. Wer sich hier aus Kippenresten selbst eine drehen will, hat verloren. Und nach meinen ersten Monaten kann ich mit einiger Sicherheit behaupten, dass Hunde hier offenbar ihre Nahrung restlos verdauen oder deren Halter sind so gut dressiert, dass sie die Hinterlassenschaften vom Gehweg entfernen. Mir ist es jedenfalls nach 87,46 h Streifzug durch Seoul noch nicht gelungen, in einen Kuhfladen zu treten. Versuch dass mal bei einem Alpenspaziergang.
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