Mittwoch, 29. Juni 2011

Kulturbotschafter


Zuweilen wird man auf der Straße freundlich angesprochen, das passiert auch in Deutschland: "Haste mal 'n Euro?", "Können sie nicht klingeln ... ?", "runter vom Rasen da ...!" sind beliebte Aufhänger für eine zumeist anregende Unterhaltung. Hier scheinen Rasenflächen generell der Allgemeinheit zu gehören, sogar im Museum für Zeitgenössische Kunst lagern Picknickfreunde zwischen den Skulpturen, da rollt dann auch schon mal ein Ball gegen die Kunstwerke und auch im Zoo wird jede verfügbare Fläche von Wegelagerern besetzt. Offensichtlich können nur besondere Schutzmaßnahmen wie tiefe Gräben und Gitter verhindern, dass die Picknickdecken auch im Löwengehege ausgelegt werden. Aber angesprochen werde ich hier auch häufig, gerade jüngst umringte mich unversehens eine Schar Teenies mit blauen Bändern über der Schulter. Sie wollten meine Kenntnisse zur Jugendkultur in Korea testen. Na, da hatten sie den richtigen erwischt: Nein, die Serie "Queen Seoundock " kenne ich nicht, ich schaue kein Fernsehen. Nein, die Musik von "Rain" und "Wonder Girls" habe ich nie gehört, koreanische Maskottchen sind mir gänzlich unbekannt und Filme .... also eher weniger. Am Ende durfte ich unterschreiben, dass ich die koreanische Popkultur liebe. Das konnte ich den Mädels doch nicht ausschlagen, schließlich müssen sie als begeisterte Kulturbotschafter 50 Unterschriften sammeln. Zumindest ist das doch mal eine vernünftige Samstagsbeschäftigung für Kinder, die sonst bis 22:00 h pauken und ganz nebenbei habe ich deren Botschaft hiermit in die Welt getragen.

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