Anfangs habe ich noch geglaubt, der weiße Pfeil auf der Parkhauszufahrt gibt die Fahrtrichtung an. Ich war so unbedarft zu glauben, ein Schild mit Pfeil geradeaus bedeutet, man sollte nicht abbiegen. Wenn der Verkehr hinter der Ampel zum erliegen kam, hielt ich brav an der Haltelinie um zu beobachten, ob sich die Situation auf der anderen Seite bessern würde, bevor auch ich in die Kreuzung einfuhr. Einen Zebrastreifen zu blockieren wäre mir nicht in den Sinn gekommen, eine Standspur war zum stehen und parken auf einem Behindertenparkplatz tabu. Mann, Mann, Mann, war ich vielleicht naiv. Aber ich habe mich gebessert, neulich habe ich das „30“ Schild an der automatischen Zahlstation am Expressway schon ganz gelassen ignoriert und bin gut doppelt so schnell über die Ziellinie gerollt. Das ist noch keine Leistung, einige Kollegen nehmen diese mit 100 Sachen und erst bei 160 km/h ist dem Vernehmen nach der Punkt erreicht, an dem es die nachgiebige Halbschranke nicht mehr schafft, rechtzeitig zu öffnen. Ich bin also noch lange nicht am Ziel, wenn es um die Missachtung von Verkehrsregeln geht, aber ich arbeite fleißig dran und sehe die Lernfortschritte mit großer Befriedigung. Leider kommt mein koreanisch nicht im gleichen Maße nach und ich kann nur hoffen, dass ich nicht in Kürze einem Polizisten die hiesigen Verkehrsregeln erklären muss.
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