Fred Astair hätte nun wahrhaftig genügend Gelegenheit gehabt und auch für alle, die erst unter der Dusche ihr wahres Gesangspotential versprühen, bietet die Regenzeit schier unendliche Entfaltungsmöglichkeiten. Während der Monsun in Thailand einen berechenbaren kurzen mittäglichen Schauer beschert, flanieren graue Wolkendecken in Seoul ganztägig vor der Sonne und beglücken den Erdenbürger mal mit kleinkariertem Niesel, mal mit großzügigem Prasselregen, stets aber mit rheumatischer Feuchtigkeit. Egal was man treibt, nasse Füße sind vorprogrammiert. Und mit der Hitze halten auch die Zikaden Einzug. Der Kenner identifiziert die verschieden Arten an ihrem Flexschleifergesang. Als da wäre unter anderem das monotone weeeee[…]eeew Sirenengeheul, das in Wellen an und abschwellende miiiimiiiii[…]miiiiiimm und ein beinah wie Möwengeschrei anmudendes kreischen [Zikadengesänge und mehr]. Die eifrigen Brautwerber schaffen dabei bis zu 100 dB. Unabhängig welche Begabung euer Nachbar unter der Dusche an den Tag legt, viel eindringlicher als die Zikadenlockrufe kann es kaum werden, wenn man eigentlich in aller Stille durch den Park joggen wollte ... und zu allem Übel auch noch die Batterie vom MP3-Player leer ist.

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