Freitag, 1. Juni 2012

Keine Gnade bitte

Manchem wird die Szene aus dem Roman "Die Jury" von John Grisham im Gedächtnis sein, in der der verbitterte Vater die Vergewaltiger seiner kleinen Tochter im Gerichtsgebäude erschießt. Auch wenn es nicht mit unseren rechtsstaatlichen Prinzipien im Einklang steht, will ich meine uneingeschränkte Sympathie und Zustimmung zu diesem Fall von Selbstjustiz nicht verheimlichen, womit ich mir den Weg in den Ethikrat wohl endgültig verbaut haben dürfte. Und dabei bin ich dieser Tage über ein Thema gestolpert, welches durchaus einen kleinen Plausch in eben diesem Rat wert wäre: am 23 Mai 2012 wurde in Korea einem gewissen Park nach wiederholten Delikten die chemische Kastration von einem Richter verordnet (Irgend wo muss doch hier die "Daumen hoch" Schaltfläche sein). Der bekommt nun alle paar Monate sein Cocktail, wird wohl fett und Antriebslos und mit ein wenig Glück befreit er nach einer Weile die Gesellschaft von seiner Anwesenheit mittels Selbstmord ... Nebenwirkungen sind eben der Nachteil von Medikamenten. Daher wäre eine irreversible Methode in diesem Fall gewiss besser. Zu meinem Erstaunen wird die Kastration unter Zustimmung des Verurteilten sogar in Deutschland in Einzelfällen angewandt. Wohlgemerkt, bei uns ist die Zustimmung erforderlich. Ich hätte wenig ethische Bedenken, die Brüder ohne Zustimmung ans Messer zu liefern, also eine gelungene Mischung aus der koreanischen und unserer Rechtsprechung anzuwenden. Wie bitte, inhuman, nicht vertretbar? OK, will mal nicht so sein. Dann eben unter Betäubung.

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