Freitag, 25. Januar 2013

Besonderheiten

Es sind die kleinen Szenen, die den Charakter einer Stadt und ihre besondere Stimmung ausmachen.
Hier in Seoul stolpert man immer wieder über die Fressbuden von Straßenverkäufern. Manche haben fahrbare Stände, andere benutzen kleine Pritschenlaster, die mit Zelten umbaut werden und den Gehweg als kleine Garküchen bereichern. Doch es gibt auch einfache Händler, die sich am Straßenrand mit ihren Waren postieren, seien es Obst, Kräuter oder Fisch.  Dieser schleppt einige Wasserflaschen in einer Kühltruhe die Treppen zum N- Seoul Tower hinauf, um sie dem durstigen Bergsteiger auf halber Höhe anzubieten, jene hat sich im Zugang zur U-Bahn auf die Stufen gesetzt und backt Waffeln oder Reiskuchen. Nicht selten steht mitten auf dem Highway ein Verkäufer während sich der Verkehr zäh an ihm vorbei schlängelt - wohlgemerkt, auf dem Mittelstreifen zwischen zwei Spuren der gleichen Richtung!
Auch beim wandern in den Bergen trifft man immer wieder auf improvisierte Verkaufsstände, einmal sogar mit Tischen. Die Zähigkeit, mit der die Händler ihre Waren den Berg hinauf wuchten, ringt mir schon einigen Respekt ab. (Vielleicht werden die Waren ja auch eingeflogen, denn nicht selten stößt man in der Wildnis unvermittelt auf einen Hubschrauber Landeplatz - der Waffenstillstand ist eben doch ein fragiler Zustand). Jedenfalls führt meine angeborene Sparsamkeit dazu, dass ich meinen Proviant lieber selbst den Berg hinauf schleppe und mir das Wassereis am Gipfel- nebst anderen Bedürfnissen- verkneife. Denn eine Errungenschaft moderner Kultur habe ich trotz Lastenträgern und Heli-Landplätzen noch nicht auf den allzeit belebten Bergpfaden gefunden: das Dixi-Klo.

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