Einer der
bedeutendsten Palaste in Seoul ist der Gyeongbokgung. Der Besucher -sofern
willkommen- betritt den Palastbereich durch ein gemauertes Portal mit drei
Torbögen an der Südseite der Palastmauer und befindet sich dann auf einem
freien Platz, der wiederum durch ein Tor begrenzt wird. Nach durchschreiten
dieses Tores gelangt der Besucher in den inneren Bereich des Palastes, wo er
eine Brücke überschreiten muss, um spirituelle Reinheit zu erreichen. Erst dann
kann er die Empfangshalle betreten, wo der Monarch seine
Regierungsangelegenheiten regelt. Ein weiteres Tor zur linken führt zu den
Wohngemächern, zu dem Bereich der Kaiserin und in den Garten. Hinter dem Palast
im Norden erhebt sich ein Berg, der vor den schlechten Einflüssen schützt.
Nicht anders ist der Aufbau der "Verbotenen Stadt" in Beijing und
doch ist diese unvergleichlich in ihrer Pracht und Dimension. Beim Betreten des
ersten Vorhofes überwältigt einen die Weitläufigkeit und die schlichte Pracht
der rötlichen Gebäude mit ihren gelben Ziegeldächern. Und jedes weitere Tor
steigert die Verzauberung, denn immer neue wundervolle Ausblicke tun sich dem
Besucher auf. Der Versuch, diesen Eindruck auf Bilder zu bannen ist so
aussichtslos, wie die Beschreibung eines Weines im Genießer Magazin. Dennoch
gibt es derartige Magazine und somit erlaube ich mir, euch einen verwässerten
visuellen Tropfen einzuschenken. Wenn ihr Lust habt, folgt uns durch Beijing,
genießt den Frieden des Sommerpalastes, die Beschaulichkeit der schmalen
Altstadtgassen, die Großartigkeit der Verbotenen Stadt, die Endlosigkeit der
Großen Mauer und schließlich den Duft von Räucherstäbchen im Lama Tempel
mittels der kleinen Webgalerie. Wenn ihr dann beobachtet, wie sich die Mauer
über die Bergrücken schlängelt und euch die Bilder der Stadtmauer um Seoul
vergegenwärtigt, dann wird es selbst für den unvoreingenommenen Betrachter
offensichtlich: die kopieren schon verdammt lange … die Chinesen.
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