Sonntag, 21. Oktober 2012

Alles nur geklaut


Einer der bedeutendsten Palaste in Seoul ist der Gyeongbokgung. Der Besucher -sofern willkommen- betritt den Palastbereich durch ein gemauertes Portal mit drei Torbögen an der Südseite der Palastmauer und befindet sich dann auf einem freien Platz, der wiederum durch ein Tor begrenzt wird. Nach durchschreiten dieses Tores gelangt der Besucher in den inneren Bereich des Palastes, wo er eine Brücke überschreiten muss, um spirituelle Reinheit zu erreichen. Erst dann kann er die Empfangshalle betreten, wo der Monarch seine Regierungsangelegenheiten regelt. Ein weiteres Tor zur linken führt zu den Wohngemächern, zu dem Bereich der Kaiserin und in den Garten. Hinter dem Palast im Norden erhebt sich ein Berg, der vor den schlechten Einflüssen schützt. Nicht anders ist der Aufbau der "Verbotenen Stadt" in Beijing und doch ist diese unvergleichlich in ihrer Pracht und Dimension. Beim Betreten des ersten Vorhofes überwältigt einen die Weitläufigkeit und die schlichte Pracht der rötlichen Gebäude mit ihren gelben Ziegeldächern. Und jedes weitere Tor steigert die Verzauberung, denn immer neue wundervolle Ausblicke tun sich dem Besucher auf. Der Versuch, diesen Eindruck auf Bilder zu bannen ist  so aussichtslos, wie die Beschreibung eines Weines im Genießer Magazin. Dennoch gibt es derartige Magazine und somit erlaube ich mir, euch einen verwässerten visuellen Tropfen einzuschenken. Wenn ihr Lust habt, folgt uns durch Beijing, genießt den Frieden des Sommerpalastes, die Beschaulichkeit der schmalen Altstadtgassen, die Großartigkeit der Verbotenen Stadt, die Endlosigkeit der Großen Mauer und schließlich den Duft von Räucherstäbchen im Lama Tempel mittels der kleinen Webgalerie. Wenn ihr dann beobachtet, wie sich die Mauer über die Bergrücken schlängelt und euch die Bilder der Stadtmauer um Seoul vergegenwärtigt, dann wird es selbst für den unvoreingenommenen Betrachter offensichtlich: die kopieren schon verdammt lange … die Chinesen.

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