Mittwoch, 2. November 2011

Minenopfer

Die Meldung geht heute durch die Medien: Syrien hat entlang seiner Grenze zum Libanon Landminen verlegt. Ein derartiges Vorgehen ist unentschuldbar, denn die Landmine trifft noch nach Jahrzehnten wahllos Unschuldige. Während des Krieges und dem zweijährigen Ringen um den Frontverlauf entlang des 38. Breitengrades wurden nach Schätzungen 1.2 Millionen Landminen in Korea verstreut. Dieser Minengürtel verlauft heute durch zwei Provinzen, Gyeonggi und Gangwon und allein in letzterer sind 228 Minenopfer seit 1953 erfasst (51% davon tödlich). Doch die Dunkelziffer ist hoch und dürfte für Südkorea gemäß Opferverbänden bei 1000 Menschen liegen. Viele davon Männer zwischen 20 und 40 Jahren, die als Farmer in den Gebieten angesiedelt wurden, als die Regierung in den 60er & 70er Jahren der Lebensmittelverknappung entgegen wirken wollte. Wer damals in diesen Gebieten siedelte, gab dem Militär ein schriftliches Einverständnis, selbst die Verantwortung für Verletzungen zu tragen und aus Furcht vor Repressalien wagten es viele Opfer nicht, eine Kompensation für die erlittenen Verletzungen zu verlangen. Offiziell befinden sich außerhalb der DMZ keine Minen, doch die ehemaligen Kampfgebiete wurden nur unzureichend geräumt und immer wieder werden Minen durch starke Regenfälle und Erdrutsche in geräumte Gebiete getragen. Die Militärs halten diese Waffe nach wie vor für einen wirksamen Schutz vor einer Invasion. So wundert es nicht, dass Korea nicht der Konvention zum Verbot des Einsatzes von Landminen von 1997 beigetreten ist und sich damit in guter Gesellschaft mit u.a. Russland, China und den USA befindet (International campaign to ban landmines/States-Not-Party). Es steht mir nicht an, mein Gastgerberland zu kritisieren, aber ich fühle mich kein Stück sicherer, seit ich den Bodenbelag in der DMZ nun besser kenne. Dafür hat meine Motivation einen ungeahnten Schub bekommen, beim Wandern die Wege nicht zu verlassen.

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