Sonntag, 10. Juli 2011

Herstellerangaben

Herstellerangaben lassen sich oft schwer nachprüfen. Beim Versuch, den Benzinverbrauch mittels Euro- Zyklus zu verifizieren wird man bestenfalls auf Unverständnis stoßen, wenn man auf der Landstraße mit 30 km/h dahin zuckelt, unvermittelt auf Null herunter bremst um dann schrittweise unter strenger Einhaltung der Zeitintervalle aber Missachtung der roten Ampel auf 120 km/h zu beschleunigen (Jetzt wisst ihr, woher der Normverbrauch kommt). Wer würde eimerweise Wasser ins Auto schütten, um die 500 l Kofferrauminhalt zu überprüfen, nur um festzustellen, dass sich das Ladevolumen – anders als vom Hersteller angegeben- mit umgelegter Rücksitzbank keineswegs dramatisch unterscheidet? Auf der Tüte Chips stand „hot“ – das einzige Wort das ich lesen konnte- und entsprechend vorsichtig habe ich die Tüte angefasst. Was war – Zimmertemperatur! Ähnlich ist es mit Haltbarkeitsdaten bei Lebensmitteln. Neulich erstand ich eine Tüte frischer EHEC freier Sojasprossen mit Haltbarkeitsdatum des gleichen Tages und deshalb zum halben Preis. Die waren am übernächsten Tag noch frischer, als alles, was ich an frischen Sojasprossen jemals in Deutschland gesehen habe. Dafür stimmte ausnahmeweise die Bezeichnung bei den Süßkartoffeln, diese waren tatsächlich süß. Deshalb habe ich darauf verzichtet zu prüfen, ob das Reinigungsmittel wirklich nicht zum Verzehr geeignet ist. Vielleicht stimmen Herstellerangaben ja wirklich manchmal und das Datum auf meinen Sojasprossen bedeutet „verpackt am“ … Solche Probleme hat man, wenn man nichts lesen kann.

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