Dienstag, 8. März 2011

Who's the boss

Es bleibt ja unter uns, aber bei mir zu Hause hat eindeutig meine Frau das Sagen. Während ich zwischen Wecker und Frühstückstisch noch nicht viel erlebt habe und entsprechend wortkarg im geistigen Niemandsland mein Brötchen verzehre, plant meine Frau bereits unseren Tagesablauf, überschlägt die Höhe der Altersvorsorge, entscheidet, dass nun endlich ein neuer Sonnenschirmständer benötigt wird und entsprechend fällt die Verbalbilanz zweifelsfrei zu ihren Gunsten aus. Korea steht hingegen im Zeichen des Konfuzianismus und nach dieser Lehre galt der Mann als der Frau übergeordnet. Als Außenstehender kann man den Fortbestand dieser gesellschaftlichen Grundeinstellung nur oberflächlich erfassen, denn auch bei uns findet man weniger Ingenieurinnen als Kassiererinnen. Eines ist aber doch deutlich: Im Straßenverkehr sieht man fast ausschließlich Fahrzeuge der Mittel und Oberklasse in den klassischen Männerfarben schwarz, silber, weiß und grau, also nicht wie bei uns Zweitwagenknutschkugeln in Gummibärchenfarben. Und wer fährt? Männer! Und auch wichtige Posten sind von Männern besetzt, z.B. die Palastwachen. Das kann allerdings daran liegen, dass die alle Bärte haben und mithin eine Stellenausschreibung „Palastwache mit Bart m/w“ wohl wenig sinnvoll wäre (Wobei ich nicht sicher bin, ob man eine solche Stellenausschreibung in Deutschland nicht gerichtlich anfechten lassen könnte). So, genug schwadroniert, was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja: Konfuzius war offenbar nie verheiratet. 

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