Wir schreiben den 24. März 2011 und vom Himmel fallen Schneeflöckchen auf Seoul. Nach dem gelben Wüstenstaub der letzten Woche verhüllen nun fette Regenschleier die umliegenden Berge. Während sich Deutschland mental auf die Zeitumstellung vorbereitet, weigern sich die Knospen hier noch hartnäckig, das frische grün endlich freizugeben. Und im Fernsehen jagt eine schlechte Nachricht die nächste, da kann man schon trübsinnig werden. Zum Glück habe ich ein spannendes Buch: „Korean Business Etiquette“. Hier gehen die Uhren doch noch anders, und demnach hat sich ein ausländischer Direktor (immerhin schon drei Monate hier) letzte Woche politisch nicht ganz korrekt verhalten, als er einem koreanischen Manager vor versammelter Mannschaft 3 mal nachdrücklich ins Gesicht sagte: „Stop talking!“. Er scheint in dem Buch jedenfalls nicht über das Impressum hinaus gekommen zu sein, was man aber verstehen muss, schließlich hat ein Direktor für dergleichen Lektüre keine Zeit. Ich jedenfalls spare mir solche Rüffel für meinen Sohn auf. Liebe Familie, ich freue mich auf euch!
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