Alles Gute im neuen Jahr, verehrte Leser! Die gute Nachricht ist, dass die längste Nacht dieses Winters bereits hinter uns liegt. Apropos Silvester, habt ihr die Fernsehbilder des Feuerwerks am Burj Chalifa in Dubai gesehen ... dachte schon wir erleben die Realvariante von "Stirb langsam" und John McLaine taumelt gleich aus dem brennenden Chaos, aber zum Glück war es nur ein gigantisches Feuerwerk. Das ist das Stichwort für die Silvesterfeier hier. Als Ausklang des vergangenen Jahres und in der Hoffnung auf eine würdige Begrüßung des neuen Jahres erklommen wir unseren Hausberg Namsan, um den einzigartigen Rundumblick auf die Metropole mit ihren 10 Millionen potentiellen Knallkörperentzündungs- Managern zu genießen. Wir erreichten den Gipfel gerade, als sich beide Uhrzeiger auf der Zwölf vereinigten, doch am Himmel unter uns blieb es unspektakulär ruhig. Zum Jahreswechsel versprühten über Seoul lediglich zwei Feuerwerke ihren Charme, eines am Hyatt, das andere in der Nähe des National Theater und schon nach 10 Minuten herrschte wieder totale Stille. Keine Wunderkerzen, die respektvoll von kleinen Händen auf Abstand gehalten werden, keine Pfeiffer ab 21:40 h, keine Knaller bis 4 Uhr früh, keine Minnesänger im gleichgewichtshungernden Fersengang, keine Verbrüderungsszenen, bei denen die Sektflaschen an Schädeln zerschellen. Hier war alles ganz ruhig und gelassen, obwohl jeder Koreaner mit Neujahr ein Jahr älter geworden ist. Ohne Scherz, eigentlich wäre ein riesiges Geburtstagsfest fällig, denn das Neugeborene vom 31.12.2011 ist am 01.01.2012 bereits 1 Jahr älter- nach koreanischer Zählweise. Aber nur, wenn es opportun ist. Sollte beispielsweise freier Eintritt nur für Kinder bis 12 Jahre gelten, zählt natürlich wieder der Geburtstag. Da kann man als Ausländer mit der Zeitrechnung ganz schön durcheinander kommen und vielleicht sollten wir unseren Ausflug auf den Namsan beim nächsten Jahreswechsel auf Mitternacht legen.
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